Uhu‐Familie entdeckt Pulheimer See und Große Laache

Eine kleine Sensation im Gebiet rund um die Große Laache/Pulheimer See: Eine Uhu‐Familie hat das Areal als ihr Revier entdeckt und erfolg­reich drei Küken groß gezo­gen. Weiter …

Kleinster Vogel Europas

Im Naturschutzgebiet Große Laache ist einer der kleins­ten Vögel Europas zu Hause, das „Sommergoldhähnchen“ (Regulus igni­ca­p­il­lus). Dieser Winzlig, Körpergewicht etwa 5 Gramm, also um knapp 1 Gramm schwe­rer als eine 5 Cent‐Münze, scheint in der Großen Laache über­win­tert zu haben. Faszinierend seine Flugmanöver rund um kahle Zweige und Blätter, um kopf­un­ter kleine Insekten zu fangen. Eine Auszeichnung für das Naturschutzgebiet.
Das Foto war ein reiner Glücksfall.

Der Eisvogel brütet am Gillbach

In verschie­de­nen Bereichen des Verbandsgebietes ist der Eisvogel wieder heimisch: Von der Großen und Kleine Laache ist der Eisvogel Bach aufwärts zum natur­nah ausge­bau­ten HRB Bendacker gewan­dert. Am „wärme­ren“ Gillbach liegt sogar ein echter Schwerpunkt. Ein stets gedeck­ter Tisch mit vielen klei­nen Fischen ist der Grund.

Die Bilder entstan­den am Gillbach und lassen hoffen.
Fotos: Rolf Thiemann, Naturschutzberater (www.naturschutzberater.de)

Geretteter Eisvogel wurde an der großen Laache ausge­wil­dert. Weiter lesen…

Orchideen

Am Rande des Erlebnispfades, im Bereich der Glessener Höhe, kann man diesen selte­nen Orchideenfund bestau­nen — aber bitte mehr nicht. Diese seltene Pflanze steht unter Naturschutz.

In der Aue Abtsmühlenbach gibt es eine große Anzahl des Braunroten Stendelwurzes (Epipactis atro­ru­bens), eine seltene Orchideenart.

Seltener Wiesenstorchenschnabel schützen

Am Rand des Spazierweges rund um die Große Laache, genau gegen­über der großen Informationstafel, Höhe Auseebereich, hat sich seit eini­gen Jahren der seltene Wiesenstorchenschnabel ange­sie­delt (Geranium pratense). Derzeit kann man sich an seinen schö­nen blauen Blüten erfreuen. Um ihn besser zu schüt­zen haben die Mitarbeiter des Bachverbandes große Driftblöcke ausge­legt, damit dort nicht gemäht wird. Driftblöcke sind große Steine, die Gletscher in der letz­ten Eiszeit in unse­rer Region trans­por­tiert und abge­setzt haben und die der Verband durch seine guten Kontakte zum Braunkohletagebau aus dem Tagebau Garzweiler bekommt. Jetzt ist die Absicht den dorti­gen Kurvenbereich um etwa einen Meter zur Böschung hin zu verle­gen und durch weitere Driftblöcke den Bestand noch besser zu schüt­zen. Gleichzeitig sollen die Brennesseln entfernt werden. “Eventuell kommt auch der frühere Bestand an Flockenblumen zurück,” so Verbandsvorsteher Horst Engel. An Wanderer und Spaziergänger geht der Apell, keine Blüten für die Vase mitzu­neh­men.

Nilgänse in der Großen Laache mit Nachwuchs

In der Abendsonnen zeigen sich die Nilgänse mit ihrem Nachwuchs. Eine Nilgans führt im flachen Wasser des Auseebereich ihre drei­zehn Jungen aus.

Graureiher auf Froschjagd in der Großen Laache

Eigentlich ist der Graureiher auf Wühlmäuse spezia­li­siert. Ihnen stellt er ganz­jäh­rig in der freien Feldflur nach. Jetzt, nach dem langen und harten Winter, ist aller­dings der Tisch im Feuchtgebiet Große Laache reich gedeckt. Vor allem Frösche und Kröten lassen sich derzeit bei ihrem Froschkonzert durch nichts über­tref­fen. Für Wanderer und Spaziergänger ein inter­es­san­tes Schauspiel. Da kann es dem einen oder ande­ren Frosch aber schon mal schlecht erge­hen. Der Graureiher sitzt auf der Lauer und pickt sich mit etwas Glück eine saftige Beute frisch aus dem fröh­li­chen Gequake. Allerdings muss man etwas Glück haben, um diesen Beutezug vor die Linse zu bekom­men.

Seltene Wachholderdrossel am Pulheimer Bach

Bei der abend­li­chen Futtersuche wurde dieser seltene Gast auf der Schulwiese der Gemeinschaftsgrundschule in Sinthern gesich­tet. Es ist die “bunteste” aller Drosselarten mit grauem Kopf, rost­brau­nem Rücken, grauem Bürzel und schwar­zem, auffal­lend langem Schwanz. Sie liebt baum­be­stan­dene Bachufer und mit Feldgehölzen durch­setzte Agrarlandschaften. Durch schnackernde Rufe und Fluggesang macht sie auf sich aufmerk­sam. Beim “Hassen” auf Krähenvögel werden nicht nur vehe­mente Sturzflüge geflo­gen, sonden auch Kotspritzer einge­setzt. Die Wachholderdrossel brütet in klei­nen Kolonien. Ein weite­res und wert­vol­les Zeichen für die gelun­gene Bachrenaturierung.

Igel schon aus dem Winterschlaf erwacht

Trotz morgend­li­cher Minusgrade konnte der erste Igel am rena­tu­rier­ten Bach zwischen Geyen und B 59 N entdeckt werden. Das offen­sicht­lich noch junge Tier hatte den Winter gut über­stan­den und machte sich genüss­lich über die frischen Pflanzentriebe auf der Bachböschung her. Ein erfreu­li­ches Zeichen. Es zeigt, dass sich seit der Renaturierung im Jahr 2008 auch Reisighaufen, viel Welklaub und Gebüsch bilden konnte, das dem Igel einen guten Unterschlupf zur Überwinterung bietet. Inzwischen haben die jungen Baumgruppen von Schwarzerlen und Weiden sogar schon eine dichte und Höhe erreicht, dass die gewünschte Schattenwirkung auf das Gewässer erreicht ist. Damit die stär­ke­ren Pflanzen sich noch besser entwi­ckeln können, haben die Mitarbeiter des Bachverbandes in eini­gen Gehölzbereich aufas­ten und auslich­ten müssen.

Schwarzspecht im Naturschutz‐ und Quellgebiet Liebesallee heimisch

Man bekommt ihn nur mit viel Geduld vor das Teleobjektiv: Den größ­ten euro­päi­schen Specht, den Schwarzspecht. Er hat Krähengröße und ein tief schwar­zes Gefieder. Sein beson­de­res Kennzeichen ist der rote Schopf. Bei so einer Größe ist es klar, dass er seine Nisthöhlen nur in alte Bäume mit einem Stammdurchmesser von mindes­tens 45 Zentimeter hackt. Seine Anwesenheit im Auenwald des Naturschutz‐ und Hauptquellgebietes des Pulheimer Baches, der “Liebesallee”, in Bergheim‐Glessen, ist auch ein Hinweis auf ein intak­tes und wert­vol­les Biotop, das es weiter zu schüt­zen gilt.

Halsbandsittiche im Landschaftsgarten Orr

Etwa zwan­zig Halsbandsittiche (Psittacula krameri), auch klei­ner Alexandersittich genannt, haben seit eini­gen Jahren den alten Baumbestand im Landschaftsgarten Orr, an der Kleinen Laache, für sich entdeckt. Besonders die uralten und riesi­gen Platanen haben es ihnen ange­tan. Wegen der großen Astlöcher, meist vom Specht zu komfor­ta­blen Nisthöhle ausge­baut, scheint die Platane dort ihr Lieblingsbaum zu sein. Bemerkenswert ist, dass ihnen auch der dritte harte Winter in Folge nichts anha­ben konnte, denn ihre ursprüng­li­che Heimat sind Afrika und Asien. Die putz­mun­te­ren Neubürger (Neozon) nutzen schon im kalten Januar die ersten Sonnenstrahlen und inspi­zie­ren die Asthöhlen. Auf ihren Streifzügen sieht man sie auch im Naturschutzgebiet der Großen Laache, ein Altrheinarm, das Mündungs‐ und Versickerungsgebiet des Pulheimer Baches. Da es dort keine Platanen gibt, haben sie es beson­ders auf die Astlöcher großer Eschen abge­se­hen. Aber auch in den Hausgärten am Sportzentrum in Pulheim sind die hell­grü­nen Gesellen häufig als Gast zu sehen. Weitere Populationen findet man in Köln. in der Flora und auf dem Friedhof Melaten.

Silberreiher am Pulheimer Bach

Der Graureiher, ein heimi­scher Gast am Pulheimer Bach, hat jetzt einen eher noch selte­nen Besuch eines Artgenossen in weißem Federkleid bekom­men. Dabei war er in der von Schnee bedeck­ten Bachaue nur schwer zu entde­cken. Doch Wolfgang Erler aus Geyen hatte Fotografen‐Glück. Er bekam den weißen Vogel vor sein Teleobjektiv. Dann stellte sich heraus, dass er einen wirk­li­chen Treffer gelan­det hatte: Der erste Silberreiher am Pulheimer Bach. Der grazile Vogel wirkt eher exotisch, wie aus dem Zoo ausge­büxt. Aber mitnich­ten. Vor weni­gen Jahren war die Entdeckung eines Silberreihers in unse­rer Region eine Sensation. Am Pulheimer Bach alle­mal. Sein Eldorado ist der Neusiedler See im Burgenland. Inzwischen lassen sich die Silberreiher auch in Deutschland an verschie­de­nen Standorten beob­ach­ten — zum Beispiel am Steinhuder Meer. Die weißen Schreitvögel sind nicht kälte­emp­find­lich und auch bei fros­ti­gen Temperaturen an Fließgewässern zu beob­ach­ten, wenn sie dort Fische fangen können. So wie am Pulheimer Bach. Allerdings, so Naturbeobachter, gibt es für Deutschland noch keinen Brutnachweis. Das ist aber wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Rehe in der Großen Laache

2010 wurden im inne­ren Bereich der Teichketten erst­mals Rehe beob­ach­tet (Capreolus capreo­lus). Deutlich auch ihre Trittsiegel, die wegen ihrer stei­gen­den Anzahl auf einen Wildwechsel hindeu­ten. Das Trittsiegel ist etwa 4,5 cm lang und ca. 3 cm breit. Der Bachverband macht darauf aufmerk­sam, dass Rehe im Naturschutzgebiet der Großen Laache ein gutes Zeichen sind. Offenbar zahlt es sich aus, dass der Bachverband im Winter 2009/2010 damit begon­nen hat Trampelpfade und den belie­bi­gen Zugang vom Wegenetz mit Benjeshecken zu schlie­ßen.

Große Laache — Pilze schießen aus dem Boden

Das feucht warme Wetter lässt alljähr­lich Pilze aus dem Boden schie­ßen. Im Naturschutzgebiet Große Laache, einer etwa 18.000 Jahre alten Altrheinschlinge, kann man sie jetzt beob­ach­ten. Dabei ist die “Bauchweh‐Koralle” (Bild 1) schon eine opti­sche Besonderheit. Sie sieht aus wie eine hübsche Koralle und zählt zu den so genann­ten Korallenpilzen. Ihr Fruchtfleisch duftet nach Maggiwürze ist aber giftig. Es verur­sacht heftige Magen‐Darm‐Beschwerden. Die Bauchweh‐Koralle gedeiht beson­ders gut im wert­vol­len Laubwald der Altrheinschlinge. Der Gewimperte‐Erdstern (Bild 2) ist der häufigste Vertreter der hübschen und selte­nen Gattung der Erdsterne. Seine Außenhülle springt zur Reifezeit in sieben bis acht stern­för­mig ange­ord­nete Lappen auf. Erst dann kann man sie am Erdboden zuver­läs­sig entde­cken, da sie sonst stiel­los und von klei­ner kuge­li­ger Gestalt leicht über­se­hen werden können. Der Gewimperte‐Erdstern ist kein Speisepilz. Beide Aufnahmen wurden übri­gens direkt neben dem Waldweg durch die Große Laache gemacht. Leider liegen derzeit dort viele, mutwil­lig zerstörte Pilze auf dem Boden. So auch der völlig zertram­pelte Riesenbobist (Bild 3).

Seltene Seekanne eingewandert

Über 1,50 m tiefe Gewässer werden von der Seekanne selten besie­delt. Ihre Samen sind schwimm­fä­hig, werden aber auch im Gefieder von Wasservögeln verbrei­tet. Vermutlich ist sie so, zum Beispiel über das Gefieder der Stockenten, in den Pulheimer Bach einge­wan­dert und hat eine Stillwasserzone im rena­tu­rier­ten Bachabschnitt zwischen der Junkerburg in Geyen und der B 59 N in Besitz genom­men. Sie wird leicht mit Seerosen verwech­selt. Ihre Blätter haben aber nur eine Länge von maxi­mal 8 Zentimetern. Ihre Blüten öffe­nen sich in der Sonne gold­gelb und haben einen Durchmesser von etwa 3 Zentimetern. Die bärti­gen Wimpern am Rande der Kronenblätter sollen die Schauwirkung auf Insekten erhö­hen. Das dies gelingt, zeigt auch ein Männchen der Gebänderten‐Prachtlibelle, das sich auf der Blüte nieder­ge­las­sen hat.

Gartenschläfer in der Großen Laache entdeckt

Der Gartenschläfer aus der Familie der Bilche (Schläfer oder Schlafmäuse) ist ein Verwandter der Hörnchen und im Bestand das am stärks­ten in Europa zurück­ge­gan­gene Nagetier. Um so erfreu­li­cher war es den nur etwa 10cm großen, nacht­ak­ti­ven Nager im alten Laubwald am oberen Prallhang der Großen Laache zu entde­cken. Er scheint das Revier mit den sandi­gen und stei­ni­gen Ufern des Pulheimer Sees und dem alten Laubwaldbestand in der Große Laache für sich entdeckt zu haben. Sie verbrin­gen den Tag gerne in kugel­för­mi­gen Nestern, in Baumhöhlen und gerne in Nistkästen oder wie das Bild zeigt in einem im Gebüsch liegen­den Rest eines Rasengittersteins. Gartenschläfer sind Allesfresser. Die Nahrung besteht aus Insekten, Würmern, Schnecken sowie Früchten. Die Fortpflanzung findet von Mai bis Juli statt. Die Würfe umfas­sen 1–9, meist 4–6 Junge.

Graureiher auf eisigen Abwegen?

Früher hieß er Fischreiher. Als man aber fest­stellte, dass dieser statt­li­che Großvogel, mit über 90 cm Kopfhöhe, außer­halb seiner Brutzeit, Ende Februar Anfang März, seinen Nahrungsbedarf vor allem durch den Fang von Wühlmäusen deckte, hatte er seinen Namen weg: Graureiher. Auf dem Bild ist schön zu sehen, wie er auf einem Feld neben der Großen Laache, die nicht völlig zuge­fro­ren ist, unbe­weg­lich vor einem Bau einer Wühlmaus lauert. Ob er am Ende kalte Füße bekam und wieder in die etwas wärme­ren Offenwasserstellen der Teiche in der Großen Laache wech­selte, oder ob er die Wühlmaus schnap­pen konnte, schwer zu sagen.

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